Via Francigena

Als grosser Kulturweg des Europarats verbindet die Via Francigena Canterbury über Frankreich und die Schweiz mit Rom.

 

Die Entstehung der Via Francigena
Als die Langobarden ihre Vormachtstellung an die Franken abtraten, wurde die „Via di Monte Bardone“ in „Via Francigena“, bzw. in die „aus Frankreich kommende Strasse“, umbenannt. Zu dieser Zeit stieg auch der Verkehr auf dieser Strecke an. Händler, Heere und Pilger nutzten die Strasse, die dadurch schon bald zur Hauptverbindung zwischen Nord und Südeuropa wurde.

Pilgerreisen im Laufe der Jahrhunderte
Zwischen dem Ende des ersten und dem Beginn des zweiten Jahrtausends gewannen Pilgerreisen zunehmend an Wichtigkeit. Die heiligen Orte der Christenheit waren Jerusalem, Santiago de Compostella und Rom und die Via Francigena stellte den Knotenpunkt der großen Glaubensstrassen dar: Die Pilger, die aus dem Norden kamen, folgten der ihrer Strecke, um nach Rom zu gelangen und um danach eventuell der Via Appia bis nach Apulien zu folgen, von wo aus sie in Richtung heiliges Land aufbrachen. Andersherum nahmen die italienischen Pilger, die in Richtung Santiago unterwegs waren, die Via Francigena in Richtung Norden, um nach Luni zu gelangen. Von dort aus ging es für viele weiter nach Moncenisio, um dann Frankreich und schließlich (über die Via Tolosana) Spanien zu erreichen. Pilgerreisen wurden also schon bald zu einem Massenphänomen, wodurch die Bedeutung der Via Francigena stieg und sie zum entscheidenden Kommunikationskanal für die Umsetzung der kulturellen Einigkeit wurde, die das mittelalterliche Europa prägte.

Historische Grundlagen der Strecke
Dank Reisetagebüchern und insbesondere dank der Aufzeichnungen eines Pilgers namens Sigerico, können wir heute den alten Streckenverlauf der Via Francigena rekonstruieren. Im Jahre 990, nachdem er von Papst Johannes XV zum Erzbischof von Canterbury geweiht worden war, kehrte der Abt von Rom nach Hause zurück und notiert dabei die 80 Orte, an denen er zum Übernachten halt machte. Diese Aufzeichnungen werden noch immer als die einflussreichste Quelle für den Verlauf der Strecke betrachtet, sodass man oft auch von der „Via Francigena nach dem Weg Sigericos“ spricht.

Die Via Francigena in der Schweiz
In der Schweiz verläuft die Via Francigena von Sainte-Croix bis nach Vuiteboeuf an typischen von Wagenrädern durchfurchten Abschnitten, um schließlich dem ruhigen Fluss Venoge bis zum Genfersee zu folgen.
Ab Lausanne schlängelt sich die Via Francigena durch die Weinberge von Lauvaux bis zur Rhone-Schleife. Von der antiken Stadt Martigny aus führt sie durch eine von der wilden Dranse geformten Engstelle bis zum Nordhang des Großen St. Bernhard-Passes. Im Tal Val d’Entremont führt der Weg an mittelalterlichen Dörfern vorbei: Sembrancher, Orsières, Liddes, Bourg-Saint-Pierre und endlich dem Grossen Sankt Bernhard Pass.

Entdecken Sie die Via Francigena in der Schweiz auf der offiziellen Webseite: www.viefrancigene.org